Willkommen im Residenzort Rastede

27 kleine Hoheiten zu Gast im Rasteder Rathaus

KroneBild 4bn auf den Köpfen, gekleidet in festliche Gewänder und vor allem: unterwegs mit einem wichtigen Anliegen. Die Sternsinger sind am vergangenen Wochenende wieder durch die Gemeinde gezogen, haben Gebäude für das neue Jahr gesegnet und Geld für einen guten Zweck gesammelt. Den Auftakt gab es am Freitag wie jedes Jahr im Rasteder Rathaus.

„Das ist seit mindestens 25 Jahren so Tradition“, erinnert sich Thomas Kämpfer. Er ist Mitglied im Kirchenausschuss und hauptverantwortlich für die Aktion in Rastede. Übernommen hat er diese Aufgabe vor vielen Jahren von Gertrud Langfermann, die ihm seither als Helferin zur Seite steht.

27 Kinder haben sich in diesem Jahr bereit erklärt, die Aktion tatkräftig zu unterstützen. „Weitere knapp 20 dürften es in Wahnbek gewesen sein, dort organisieren sie sich separat“, erläutert Kämpfer. Er hat auch schon Zeiten mit deutlich geringerer Beteiligung erlebt, den Tiefpunkt vor etwa fünf Jahren. Damals klapperte er mit gerade einmal neun Sternsingern die nahezu ungebrochen hohe Anzahl an Haushalten ab, die sich im Vorfeld angemeldet hatten.

„Diesmal sind es wieder knapp über 100 Voranmeldungen“, sagt Kämpfer. Aber erfahrungsgemäß würden am Ende immer deutlich mehr Häuser angesteuert. „Ich gebe immer den Hinweis, welche Adressen wir im Vorjahr besucht haben, sofern sie halbwegs auf der Route liegen“, erläutert der Organisator, „dann können die Gruppen selbst entscheiden, ob sie dort auch noch vorbeischauen.“ Auch zufällig angetroffene Nachbarn besuchter Haushalte fragten häufig, ob die Sternsinger nicht auch noch spontan zu ihnen kommen könnten. Und auch die kleinen Spendensammler selbst sorgten für eine gewisse Dynamik, wenn sie zum Beispiel die Adresse von Freunden oder Verwandten auf ihrer Tour wiedererkennen und sich für einen Besuch dort starkmachten.

Den Segensspruch „20+C+M+B+19“ am Rathaus durfte am Freitag Geske Niggemann aus Wiefelstede anschreiben. Die 12-Jährige war die „Dienstälteste“ unter den diesjährigen Sternsingern, zum neunten Mal in Folge war sie dabei. Trotzdem war der berühmte Kreide-Schriftzug eine Premiere für sie, da sonst in der Regel die kleinsten Sternsinger damit betraut werden.

Zu denen gehörte am Freitag eher Lilli Falck aus Rastede, aber die Achtjährige hatte bereits eine andere verantwortungsvolle Aufgabe: Sie trug die Spendendose in Form einer Schatzkiste. In diese steckte Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen auch die Zuwendung der Gemeindeverwaltung, nachdem er die Sternsinger im Ratssaal zu einem kleinen Umtrunk eingeladen hatte.

Wofür die Spenden in diesem Jahr verwendet werden, ließ sich das Gemeindeoberhaupt von Anna (10) und Jana (12) Sanken aus Rastede berichten: „Das Geld ist für arme Kinder mit Behinderungen in Peru“, erläuterten die Schwestern. Und die 13-jährige Rastederin Marina Gewald ergänzte: „Die dürfen oft nicht zur Schule gehen und werden manchmal sogar von ihren Eltern versteckt.“ Damit das Thema Inklusion in Peru und überall in der Welt besser umgesetzt werden kann, unterstützt die Sternsinger-Aktion in diesem Jahr entsprechende Projekte.

Dass sie sich für den guten Zweck auch durchaus ins Zeug legen wollen, bewiesen die jungen Ammerländer mit verschiedenen Liedern, die sie bei ihrem Besuch im Rathaus vortrugen. Neben ihrem üblichen Repertoire hatten Anna und Jana Sanken sogar eine Art Schlachtruf kreiert und übten diesen im Ratssaal erstmals zusammen mit den anderen Sternsingern ein.

Mit so viel Begeisterung macht das Spendensammeln gleich noch mehr Freude. Im vergangenen Jahr brachten es die Rasteder Königssinger auf 7000 Euro. Wie es zu dieser glatten Summe kam, konnte Kämpfer erklären: „Ein anonymer Spender hat den Betrag am Ende aufgerundet.“ Er hofft auf ein ähnlich gutes Ergebnis in diesem Jahr, denn wie auch seine kleinen und großen Mitstreiter ist Kämpfer ein absoluter „Überzeugungstäter“: „Abzüglich einiger wirklich auf das Minimum beschränkter Verwaltungskosten landen alle Spenden auch direkt an den Stellen, wo das Geld benötigt wird.“ Dazu trugen er und die vielen anderen großen wie kleinen Ehrenamtlichen auch in diesem Jahr wieder auf beispielhafte Weise bei.