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Zwischenstand zur Inklusion an den Rasteder Schulen

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Auf dem Weg zur Barrierefreiheit ihrer Schulen hat die Gemeinde Rastede in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses eine Zwischenbilanz gezogen. An sechs der acht Einrichtungen hat es bereits bauliche Veränderungen gegeben, um eine inklusive Beschulung zu ermöglichen. „Damit sind wir für den aktuellen Bedarf gut aufgestellt“, resümiert Gemeindesprecher Ralf Kobbe. Weitere Maßnahmen seien in den nächsten Jahren geplant. Aber auch kurzfristig könne die Gemeinde auf besondere Anforderungen reagieren.

Insgesamt 146 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gehen in der Gemeinde Rastede zur Schule. Seit Einführung der Inklusion werden sie in den Grundschulen gemeinsam mit Kindern ohne körperliche oder geistige Handicaps unterrichtet. Schüler mit Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen können anschließend wählen, ob sie die Kooperative Gesamtschule (KGS) oder die Förderschule Am Voßbarg besuchen. Um auch den jungen Rastedern mit körperlichen Einschränkungen gerecht zu werden, müssen die Schulgebäude barrierefrei werden. Das heißt im Klartext: „Alle Kommunen müssen ihre Schulen so herrichten, dass auch Schüler mit Behinderungen sämtliche Klassenzimmer sowie fachbezogene Unterrichtsräume erreichen und nutzen können“, erläutert Kobbe.

Für die Gemeinde Rastede bedeutete dies eine Reihe an Umbaumaßnahmen anzugehen. Außerdem galt es, bereits geplante Sanierungsmaßnahmen zu überdenken und an die neuen Anforderungen anzupassen. Letzteres ist bei der Erweiterungen der Grundschulen Kleibrok und Feldbreite der Fall gewesen.

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Rampen wie hier an der Rückseite der Grundschule Kleibrok ermöglichen den barrierefreien Zugang zu Gebäuden.

Der Neubau in Kleibrok wurde mit einem Aufzug, zwei Behindertentoiletten und Teilungsräumen ausgestattet. Gleiches gilt für die Grundschule Feldbreite mit dem Unterschied, dass dort anstatt zwei Behindertentoiletten nur eine entstand. Darüber hinaus wurden behindertengerechte Toiletten im ursprünglichen Gebäude der Grundschule Kleibrok, der Grundschule Wahnbek, der Schule Am Voßbarg sowie den KGS-Standorten Wilhelmstraße und Feldbreite eingebaut. Außerdem erhielten die beiden KGS-Gebäude und die Schule Am Voßbarg Aufzüge. „Spezielle Schallschutzmaßnahmen sind in den Grundschulen Hahn-Lehmden und Leuchtenburg sowie der KGS Feldbreite erforderlich geworden“, ergänzt Sabine Meyer vom zuständigen Fachbereich. Kinder mit Sehbehinderungen hätten die bisher notwendige technische Sonderausstattung selbst mitgebracht, die Kosten seien von der jeweiligen Krankenkasse übernommen worden.

 

Weitere Maßnahmen sind bereits geplant. So sollen die Grundschulen Hahn-Lehmden und Loy in den nächsten Jahren jeweils mit einer Behindertentoilette und einem Aufzug ausgestattet werden. Gleich zwei Aufzüge, nämlich sowohl im Altbau als auch im nördlichen Gebäudetrakt, werden in der Grundschule Wahnbek erforderlich, um Barrierefreiheit zu erreichen. Auch die Grundschule Leuchtenburg wird noch mit einer Behindertentoilette ausgestattet sowie einer Rampe zum Altbau. Im Investitionsplan wurden für diese Vorhaben Kosten von insgesamt 425.000 Euro veranschlagt.

„Bei den Planungen haben wir natürlich überlegt, wo am ehesten eine Notwendigkeit entstehen könnte, und sind dort als erstes tätig geworden“, berichtet Meyer. Handlungsbedarf könne sich allerdings auch recht kurzfristig ergeben. Denkbar wäre zum Beispiel, dass ein Schüler, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, in die Gemeinde zieht und eine bislang noch nicht vollständig barrierefreie Schule besuchen soll. „Auch in einem solchen Fall finden wir in Zusammenarbeit mit den Schulen schnelle und praktikable Lösungen“, ist Meyer überzeugt.