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Wie die kostenlose Energieberatung in Rastede ein 100 Jahre altes Haus fit für die Zukunft macht

Sein Zuhause verfügt über großen Charme, findet Rastedes Erster Gemeinderat, Dr. Stephan Meyn. 1926 ist das Gebäude errichtet worden, also genau 100 Jahre alt. Seine Familie fühlt sich sehr wohl in dem Haus – aber energetisch, das ist ihr klar, kann die Immobilie mit Neubauten nicht mithalten.

Dr. Meyn hat sich schon ausführlich mit der Frage beschäftigt, wie er den Energieverbrauch des Hauses reduzieren kann. Gerade erst hat er eine Hohlraumdämmung der Außenwände veranlasst. Das und weitere, für die energetische Einschätzung wichtige Details erzählt Dr. Meyn an diesem Dienstag Reiner Dunker bei dessen kostenloser und unabhängiger Energieberatung in Rastede. Seit vergangenem November gibt es das gemeinsame Angebot von der Gemeinde und der Verbraucherzentrale Niedersachsen und es wird sehr gut angenommen.

„Haben Sie sich denn vorab auch um eine mögliche Förderung bemüht?“, fragt der Energieberater. Dr. Meyn verneint, Aufwand und Kosten seien bei einer Hohlraumdämmung ja auch vergleichsweise gering. Statt vorab einen Antrag zu stellen und auf die Bewilligung zu warten, habe er den Tipp bekommen, sich von dem ausführenden Fachunternehmen eine Bescheinigung der energetischen Maßnahme nach § 35c Einkommensteuergesetz ausstellen zu lassen. So kann er die Kosten über mehrere Jahre steuerlich geltend machen. „Auch eine gute Möglichkeit“, befindet Reiner Dunker. Bei 10 bis 20 Prozent dürfte erfahrungsgemäß die Einsparung beim Gasverbrauch durch die Dämmung liegen, schätzt der Energieexperte.

Die beiden gehen weiter wesentliche Punkte durch: Fenster? „Haben bereits eine Dreifachverglasung“, berichtet Dr. Meyn. Die Gasheizung ist von 2016 und hat damit das Ende ihrer durchschnittlichen Lebensdauer noch lange nicht erreicht. „So lange die problemlos funktioniert, besteht mit dem Umstieg auf eine Wärmepumpe keine Eile“, sagt Dunker. Er hat nicht nur die Energieeffizienz im Blick – die spricht ganz eindeutig für die Wärmepumpe – sondern auch Investitionskosten, Aufwand und Einsparpotenzial für diejenigen, die seinen Rat suchen.

„Das Dach ist 2005 neu gemacht worden“, nennt Dr. Meyn einen weiteren elementaren Punkt. Eine schon etwas ältere Solarthermieanlage, die im vergangenen Jahr grundlegend überholt wurde, befindet sich darauf. Außerdem sei die Anschaffung einer Photovoltaikanlage mit Stromspeicher geplant. „Lohnt sich dann vielleicht die Umstellung der Warmwasseraufbereitung auf Durchlauferhitzer, um den selbst erzeugten Strom zu nutzen, statt über die Gaszentralheizung?“, überlegt Dr. Meyn laut. „Nein“, lautet Dunkers klare Antwort, dagegen spräche allein schon die vorhandene Solarthermie. Stattdessen könnte man jedoch prüfen, ob sich der Warmwasserspeicher mit einem Heizstab nachrüsten lässt. Auf diese Weise ließe sich der überschüssige Photovoltaikstrom zur Warmwasserbereitung nutzen.

Fassade, Fenster, Dach – die Checkliste für mögliche Dämmmaßnahmen am Haus war also bereits weitgehend abgearbeitet. „Bliebe eigentlich nur noch die Kellerdecke“, sagt Dunker, „beziehungsweise die Solplatte, wenn das Haus nicht unterkellert ist.“ Letzteres wäre allerdings vergleichsweise aufwändig. Dr. Meyns Haus ist nicht unterkellert und so erläutert Dunker die grundsätzlichen Möglichkeiten der so genannten Perimeterdämmung. „Der Wärmeverlust ist aber geringer als bei ungedämmten Außenwänden, Fenstern oder dem Dach“, stellt er klar. Insofern müsse man Aufwand und Nutzen noch einmal sorgfältig abwägen.

Dr. Stephan Meyn nimmt auch diese Anregung mit in seine weiteren Überlegungen auf. „Wir sind bei der energetischen Sanierung unseres Hauses bereits auf einem guten Weg, glaube ich“, sagt Rastedes Erster Gemeinderat, „und trotzdem hat die Beratung noch einige neue Erkenntnisse gebracht.“

Die kostenlose Energieberatung bei Reiner Dunker findet jeden zweiten Dienstag im Monat von 14 bis 17:45 Uhr im Sozialen Zentrum AlRa, Anton-Günther-Straße 8, in Rastede statt. Vorab ist eine Terminvereinbarung erforderlich, entweder unter der Telefonnummer 04402 / 920 183 bei Rastedes Klimaschutzmanagerin Heidrun Nolte oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenlos) bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Für die persönlichen Gespräche stehen bis zu 45 Minuten zur Verfügung, Unterlagen zum betreffenden Gebäude können gerne mitgebracht werden.

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