Willkommen im Residenzort Rastede

Schüler*innenHaushalt stärkt Mitbestimmung an Rasteder Schulen

Demokratie erleben. Zukunft gestalten.

Demokratie ist weit mehr als ein politisches System – sie ist eine Haltung, die von Beteiligung, Verantwortung und gegenseitigem Respekt lebt. Damit junge Menschen demokratische Werte verinnerlichen, reicht es nicht aus, darüber im Unterricht zu sprechen. Demokratie muss erlebt, ausprobiert und gestaltet werden können. Genau hier setzt der Schüler*innenHaushalt an.

Seit dem Schuljahr 2024/25 wird das Beteiligungsformat der Bertelsmann Stiftung an der kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede und der Schule am Voßbarg umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten von der Gemeinde ein eigenes Budget und entscheiden selbst, welche Projekte an ihrer Schule verwirklicht werden sollen. Sie entwickeln Ideen, sammeln Unterstützerinnen und Unterstützer, diskutieren Vorschläge und stimmen schließlich in freien und geheimen Wahlen darüber ab.

Von der Idee zur Entscheidung

Die Einführung des Schüler*innenHaushalts ist das Ergebnis des Demokratieprojekts SARA – Solidarität, Anerkennung, Respekt und Achtsamkeit. Ziel war es, Beteiligungsformen zu erproben, die möglichst viele junge Menschen erreichen und zur aktiven Mitgestaltung motivieren.

„Viele Beteiligungsangebote erreichen vor allem die Jugendlichen, die sich ohnehin bereits engagieren. Die große Stärke des Schüler*innenHaushalts liegt darin, dass er alle Schülerinnen und Schüler anspricht – auch diejenigen, die sich sonst selten oder gar nicht beteiligen. Genau darin liegt sein besonderer demokratiepädagogischer Wert. Der Schüler*innenHaushalt bindet die gesamte Schülerschaft ein und lässt demokratische Teilhabe für alle erfahrbar werden. Wer erlebt, dass die eigene Stimme zählt und konkrete Veränderungen bewirken kann, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse und die Bereitschaft, sich auch künftig für die Gemeinschaft einzusetzen“, betont Anke Wilken, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Rastede und Projektleiterin.

Hohe Beteiligung – sichtbare Ergebnisse

Der erste Schüler*innenHaushalt hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Interesse junger Menschen an Mitbestimmung ist. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler brachten eigene Ideen ein, diskutierten Vorschläge und beteiligten sich an den Abstimmungen.

An der KGS Rastede, der größten allgemeinbildenden Schule Niedersachsens mit mehr als 2.000 Schülerinnen und Schülern, wurden rund 160 Ideen eingereicht. Die Wahlbeteiligung lag bei beeindruckenden 1.400 Schülerinnen und Schülern. Die Schülerschaft entschied sich mehrheitlich für die Anschaffung eines Snack- und eines Kaffeeautomaten sowie für überdachte Sitzgelegenheiten auf dem Schulgelände. Die Ergebnisse tragen dazu bei, den Schulalltag attraktiver zu gestalten und orientieren sich direkt an den Bedürfnissen der Jugendlichen.

Auch an der kleinen Schule am Voßbarg wurde demokratische Mitbestimmung erfolgreich gelebt. Hier fiel die Wahl auf einen Wasserspender mit Sprudelfunktion, der den Schülerinnen und Schülern dauerhaft zur Verfügung steht.

Demokratie praktisch erleben

Der erste Durchgang hatte bewusst Pilotcharakter. Gemeinsam mit den Schulen, der Gemeindeverwaltung und den Schülerinnen und Schülern konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Dabei wurde deutlich, wie wichtig transparente Abläufe, verständliche Informationen und sichtbare Ergebnisse für erfolgreiche Beteiligungsprozesse sind.

Die Erfahrungen aus dem ersten Schüler*innenHaushalt fließen nun direkt in die Weiterentwicklung des Projekts ein. Ziel ist es, die Beteiligungsmöglichkeiten weiter auszubauen, Abläufe zu optimieren und noch mehr Schülerinnen und Schüler für demokratische Mitgestaltung zu gewinnen. Dabei steht nicht allein die Entscheidung über finanzielle Mittel im Mittelpunkt. Vielmehr geht es darum, demokratische Kompetenzen zu fördern, Verantwortungsbewusstsein zu stärken und jungen Menschen die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen.

 

Weitere Informationen zum Schüler*innenHaushalt in Rastede gibt es HIER.

Skip to content