Willkommen im Residenzort Rastede

Der „Spielmacher“ nimmt seinen Hut: Abschied von Bürgermeister Dieter von Essen

Rastedes scheidender Bürgermeister Dieter von Essen ist am Dienstagabend von Landrat Jörg Bensberg, Amtskollegen aus den Nachbarkommunen, Gemeinderatsmitgliedern sowie Vertretern der Feuerwehr und Polizei offiziell verabschiedet worden. Bei einem Empfang im Residenz-Hotel „Zum Zollhaus“, bei dem außerdem Freunde und Familie von Essens zugegen waren, zogen verschiedene Festredner ein ausgesprochen positives Resümee seiner Amtszeit.

Die beiden stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Rastede, Gerd Langhorst und Kai Küpperbusch, würdigten von Essen in einer gemeinsamen Rede. Darin hoben sie unter anderem seine vermittelnde Art hervor: „Dein Ziel war es immer, sowohl im Rat als auch in der Verwaltung ein positives Arbeitsklima zu schaffen und den Teamgeist zu stärken“, sagte Langhorst. Selbst bei kontroversen Debatten habe er immer einen kollegialen Umgang mit allen Beteiligten gepflegt, habe als verlässlicher Ansprechpartner zur Verfügung gestanden und sich im Interesse einer gemeinsamen Lösungsfindung stets aufgeschlossen für alle sachlichen Argumente gezeigt.

Küpperbusch ging darüber hinaus auf die inhaltlichen Schwerpunkte ein, die von Essen in seinen acht Jahren als hauptamtlicher Bürgermeister beschäftigt haben. Neben der Herausforderung, die Aufnahme von geflüchteten Menschen kurzfristig zu bewältigen, sei hier vor allem der Bereich Kinderbetreuung und Bildung zu nennen. „So sind nicht weniger als drei Kinderkrippen, drei neue Kindergärten und drei großzügige Schulbauerweiterungen in Deiner Amtszeit entstanden, wofür rund 15 Millionen Euro aufgewendet werden mussten“, so Küpperbusch. Eine Bilanz, auf die von Essen stolz sein könne, weil er damit viel zum Wohle der Kinder und Familien in der Gemeinde erreicht habe.

Gemeinsam überreichten Langhorst und Küpperbusch anschließend im Namen des gesamten Gemeinderats einen Geschenkkorb, der neben einigen kulinarischen Präsenten einen Reisegutschein enthielt.

Landrat Jörg Bensberg sprach von einer gewissen Wehmut, die bei von Essens Abschied mitschwinge. „Denn nun geht eine langjährige gute Zusammenarbeit zu Ende und ein engagierter Bürgermeister verlässt den Platz“, so Bensberg, in dessen Redebeitrag sich viele Anlehnungen an die Karriere eines Fußballspielers fanden. Schon vor seiner Zeit als ihr Oberhaupt habe von Essen die Entwicklung der Gemeinde „ein Jahrzehnt lang wirkungsvoll im Rückraum“ mitgestaltet: Als Ratsmitlied, stellvertretender Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der CDU. Dann folgte der Wechsel in die Rolle des „Spielmachers“. Wie er sich als solcher geschlagen habe, fasste der Landrat mit den Worten „bodenständig, verlässlich, empathisch und fleißig, fleißig, fleißig“ zusammen.

Die Gemeinde Rastede sei sehr gut aufgestellt, nicht nur hinsichtlich der familienfreundlichen Rahmenbedingungen, sondern auch wirtschaftlich und kulturell. Das wolle er auch deshalb so deutlich hervorheben, weil das mediale Echo für seine Begriffe bisweilen zu negativ ausfalle.

Im Namen aller Amtskollegen aus dem Ammerland dankte Petra Lausch, Bürgermeisterin der Gemeinde Edewecht, von Essen für die gute und angenehme Zusammenarbeit. Auch sie ließ die Stationen seines beruflichen und politischen Werdegangs noch einmal kurz Revue passieren: Ausbildung und Arbeit in der Wiefelsteder Kommunalverwaltung, zwischendurch der Studienabschluss als Diplom-Verwaltungswirt und schließlich die Wahl zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Rastede im Jahr 2011. „Du verfügst über großes Wissen, hast Einfühlungsvermögen für Deine Mitmenschen, bist ein Verfechter der kommunalen Selbstverwaltung und Deiner Ziele, verlierst aber nicht aus den Augen, was das Beste für die Gemeinde Rastede ist, bist dabei leidenschaftlich, ehrlich und zugewandt“, so Lausch.

Auch von Essens Familie blieb in den Redebeiträgen nicht unerwähnt. Jörg Bensberg etwa hob hervor, dass von Essens Frau Sabine und ihre drei gemeinsamen Söhne immer wieder „Aufladestation“ und „Kraftspender“ für das Rasteder Gemeindeoberhaupt gewesen seien. Und ein solcher Rückhalt im Privaten sei unerlässlich, um den vielfältigen Herausforderungen des Amtes auf Dauer gewachsen zu sein. Und zugleich habe die Familie selbst einiges zu ertragen. Sie müsse nicht nur auf viel gemeinsame Zeit verzichten, sondern auch kritische Töne bis hin zu Anfeindungen gemeinsam aushalten.

Am Ende war es an Dieter von Essen selbst, das Wort zu ergreifen. Er bedankte sich bei allen Anwesenden für die gute Zusammenarbeit beziehungsweise Unterstützung und bezog dabei auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde mit ein, von denen er sich bereits zuvor bei einer Feier verabschiedet hatte. Bei gutem Essen und interessanten Gesprächen zwischen den rund 80 Gästen klang der Abend schließlich aus.