Die Gemeinde Rastede stellt sich auf vielen Ebenen den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung, um die von Rat und Verwaltung angestrebte Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen.

Sei es der Bau von Schulen als Passivhaus, die Anschaffung von Elektrodienstfahrzeugen oder die Pflanzung von Insekten-freundliche Blühwiesen. Auch die Mitgliedschaft im Bündnis “Kommunen für biologische Vielfalt” sowie die Teilnahme an zahlreiche Aktionen wie das STADTRADELN oder dem Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zeigen den Willen sich zukunftsorientiert nachhaltig zu entwickeln und zu engagieren.

Nachfolgend finden Sie einen kleinen Ausschnitt aus dem spannenden Bereich des Energie-, Umwelt- und Klimaschutzes.

Lars Krause auf dem Fahrrad

Drei Wochen lang für möglichst viele Alltagswege das Fahrrad nutzen – darum geht es beim Wettbewerb „Stadtradeln“. Die Gemeinde Rastede nimmt in diesem Jahr erstmals an der Aktion teil und wirbt um Unterstützung: Vom 1. bis 21. Juni sind alle Menschen, die in der Gemeinde leben, arbeiten, einen Verein oder eine Schule besuchen dazu aufgerufen, per Rad zurückgelegte Kilometer zu sammeln.

„Ich hoffe, dass sich möglichst viele Rastederinnen und Rasteder beteiligen“, sagt Bürgermeister Lars Krause. Ganz unabhängig von der Platzierung im Wettbewerb bedeute die bewusste Entscheidung für das Fahrrad immer einen Gewinn: „Nicht nur Umwelt und Klima profitieren, wenn weniger Autos auf unseren Straßen unterwegs sind, sondern wir alle“, so Krause.

Organisiert wird das „Stadtradeln“ vom Klima-Bündnis, einem Netzwerk von europäischen Kommunen, die sich unter anderem das Ziel gesetzt haben, CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Seit 2008 gibt es den Wettbewerb. Premiere feiert in diesem Jahr jedoch das „Schulradeln“ in Niedersachsen. Dabei sammeln Schülerinnen und Schüler nicht nur fleißig Kilometer für eine Kommune, sondern können ihre Ergebnisse zum Beispiel mit denen anderer Klassen vergleichen.

Rhodopark GristedeDaran beteiligen wird sich auch die Kooperative Gesamtschule (KGS) Rastede. „Wir freuen uns sehr, dass die KGS dabei ist“, sagt Rastedes Gemeindesprecher Ralf Kobbe. Viele Schülerinnen und Schüler hätten mit der Initiative „Es geht um Meer“ oder der Beteiligung an der „Fridays for Future“-Bewegung bereits mehrfach gezeigt, dass ihnen Umwelt- und Klimaschutz am Herzen liege. „Dieses Engagement werden sie auch beim ‘Schulradeln’ sicherlich wieder zeigen“, so Kobbe. Erste Klassen seien bereits als Teams angelegt worden.

Weitere solcher Teams können zum Beispiel Freundeskreise, Nachbarschaften, Kollegien oder Vereinsmitglieder gründen. Nach der Registrierung auf www.stadtradeln.de kann eine solche Gruppe angelegt, benannt und ein Einladungslink via E-Mail an andere Interessierte verschickt werden. Auch eine weitere Unterteilung der Teams, zum Beispiel nach Unternehmensbereichen oder Vereinssparten ist möglich. „Sprechen Sie Freunde, Nachbarn, Bekannte und Kollegen doch einfach mal an“, ermuntert Kobbe, „schafft Ihr Betrieb zum Beispiel mehr Kilometer als die Gemeindeverwaltung?“

Wer sich vornimmt, das eigene Auto während des Aktionszeitraums überhaupt nicht zu nutzen, und seine Erfahrungen mit der Öffentlichkeit teilt, kann sich sogar als „Stadtradeln-Star“ bewerben. Sind alle Bedingungen erfüllt, nimmt man dann an einer Verlosung von Sachpreisen teil. Interessierte können sich bis einschließlich 25. Mai per E-Mail an presse@rastede.de oder telefonisch unter (04402) 920 113 melden.

Rasteder Radfahrerinnen und Radfahrer

Auf Anhieb in die Top Ten: Die Gemeinde Rastede hat beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gut abgeschnitten. Mit der Gesamtnote 3,6 landete sie auf Platz 10 (von 54) in der Wertung der niedersächsischen Kommunen mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern, auf Bundesebene bedeutet dies Platz 85 (von 415). Das Ranking ist jedoch eher ein Nebenprodukt der Umfrage. Vorrangiges Ziel ist die Ermittlung von Stärken und Schwächen insbesondere der Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer.

In der Gemeinde Rastede lassen sich das Ortszentrum und andere Ziele zügig und direkt mit dem Rad erreichen. In dieser positiven Einschätzung waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage ziemlich einig. Als größtes Manko werden dagegen die schmalen Radwege gesehen, außerdem empfinden viele das Fahren auf der Straße gemeinsam mit den Kraftfahrzeugen als unsicher. Insgesamt warteten 27 Fragen rund um Aspekte wie Stellenwert, Sicherheit und Komfort des Radverkehrs auf die Teilnehmer.

Zum neunten Mal hat der ADFC die Befragung 2020 durchgeführt, eine der weltweit größten dieser Art. Um als Kommune bei Auswertung und Ranking berücksichtigt zu werden, ist eine Mindestzahl an Teilnahmen erforderlich. Im Falle Rastedes und der anderen Ammerland-Kommunen sind dies 50. In der Vergangenheit war lediglich Bad Zwischenahn einmal in der Ergebnisliste vertreten, nämlich bei der vorherigen Auflage 2018. Diesmal erreichten aus dem Landkreis neben Bad Zwischenahn auch Westerstede, Edewecht und eben Rastede die erforderliche Mindestzahl an Teilnahmen.

Insgesamt 158 Rastederinnen und Rasteder haben die Fragen beantwortet und damit für das Zustandekommen aussagekräftiger Ergebnisse gesorgt. „Wir freuen uns über die rege Teilnahme und das positive Abschneiden“, sagt Rastedes Bürgermeister Lars Krause, „aber vor allem sollen die Ergebnisse in unsere Überlegungen einfließen, wie die Situation der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer verbessert werden kann.“ Aus diesem Grund habe die Gemeinde bewusst für die Teilnahme am Fahrradklima-Test geworben. Daneben sammle man auch selbst Hinweise aus der Bevölkerung, wo Bedarf für Verbesserungen gesehen werde.




Die Gemeinde Rastede nimmt ihre Verantwortung für Natur und Klima ernst. Im Jahr 2019 ist deshalb zum Beispiel die Aktion “Rastede blüht auf” gestartet. Ziel ist es, Nahrungsquellen und Lebensraum für Insekten zu schaffen, um den Erhalt der Artenvielfalt zu fördern. Erreicht werden soll das durch verschiedene Ansätze.

So wurden zum Auftakt der Aktion 2.000 Saatgut-Tüten verteilt. Bürgerinnen und Bürger sollten dazu animiert werden, ein geeignetes Plätzchen für die darin enthaltene Mischung aus Wildblumen und Kulturpflanzen zu finden und diese schließlich auszusäen. Viel wichtiger als die dadurch entstandenen Quadratmeter blühender Landschaften war es jedoch, die Bedeutung solcher Flächen bewusst zu machen.

Auch die Gemeinde hält ihre Augen für geeignete eigene Flächen auf und sät dort Insekten-freundliche Blühwiesen an. Zunächst wurde ein Gelände von rund 19.000 Quadratmetern im Zentrum von Hahn-Lehmden zum (vorübergehenden) Lebensraum für diverse Sechsbeiner. Kurz darauf folgte ein kommunales Grundstück in Liethe mit rund 5.000 Quadratmetern.

Diese ersten Ansätze verfehlten ihr Ziel nicht: Schon bald gab es Anfragen, ob die Gemeinde auch die Ansaat von Blühwiesen auf privaten bzw. gewerblichen Flächen fördern würde. Ursprünglich war dies zwar nicht vorgesehen, jedoch entschied man sich kurzerhand, solche lobenswerten Initiativen finanziell zu unterstützen: Die Einhaltung einiger weniger Formalitäten vorausgesetzt, übernahm die Verwaltung die Häfte der Kosten für die Anschaffung des Saatgutes.

Der dritte Teil der Aktion „Rastede blüht auf“ besteht darin, allen Grundstücksbesitzerinnen und -besitzern eine Info-Broschüre zur Verfügung zu stellen. Gerade Bauherren, die sich aktuell mit der Gestaltung eines Außenbereichs beschäftigen, sollen hiermit angesprochen werden. Die Broschüre listet auf, welche heimischen Bäume, Sträucher und Blühpflanzen für Wildbienen sowie andere Insekten besonders gut geeignet sind. Dabei konnte die Gemeinde Rastede dankenswerter Weise auf die Vorarbeit des Landkreises Ammerland zurückgreifen, der diese Informationen gemeinsam mit Partnern auf Kreisebene wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Landvolkverband zusammengetragen hat.

Zur Info-Broschüre für Grundstücksbesitzer*innen geht es HIER entlang. Wie es mit der Aktion “Rastede blüht auf” weitergeht, gibt die Gemeinde zu gegebener Zeit in der Rubrik “Aktuelles” bekannt.

Ebenfalls im Jahr 2019 ist die Gemeinde Rastede dem Bündnis “Kommunen für biologische Vielfalt” beigetreten. Ziel ist es, die die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen zu verdeutlichen und den Schutz der Biodiversität in den Blickpunkt zu rücken. Die Vision dahinter: Kommunen als hochwertiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Elementarer Bestandteil der Teilnahme ist es. eine Deklaration zu unterzeichnen, wonach man den Erhalt biologischer Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung verstärkt berücksichtigen möchte. Insofern erklärt man sich dem Ziel verpflichtet, konkrete Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zu ergreifen. Der genaue Wortlaut der Deklaration ist HIER einzusehen.

 

Bereits seit 2016 beteiligt sich die Gemeinde Rastede am “European Energy Award” (eea). Dabei handelt es sich um ein Managementsystem, das es Kommunen ermöglicht, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung zu erfassen, zu bewerten und regelmäßig zu überprüfen. Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz können so identifiziert und erschlossen werden.

Gleichzeitig findet anhand bestimmter Kriterien eine Bewertung der energie- und klimaschutzpolitischen Leistungen statt. Je nach erreichter Punktzahl gilt eine Kommune dadurch als einfacher eea-Partner, als eea-Partner mit Auszeichnung oder als eea-Partner mit Auszeichnung Gold. Folgende Handlungsfelder werden bewertet:

  • Entwicklungsplanung / Raumplanung
  • Kommunale Gebäude / Anlagen
  • Ver- und Entsorgung
  • Mobilität
  • Interne Organisation
  • Kommunikation / Kooperation

Bei einer ersten Bewertung durch eine eea-Beraterin erreichte die Gemeinde knapp 36 Prozent und verfehlte damit im ersten Anlauf eine Auszeichnung, für die es 50 Prozent bedurft hätte. Rastedes Stärken liegen derzeit beim Handlungsfeld “Kommunale Gebäude”, dort wurden knapp 66 Prozent erreicht. Ebenfalls relativ positiv bewertet wurden die Bereiche Ver- und Entsorgung (49 Prozent) und Mobilität (43 Prozent). Weniger gut abgeschnitten hat die Gemeinde in den Bereichen Kommunikation/Kooperation und Entwicklungsplanung.

Betrachtet wurde der Zeitraum zwischen 2014 und 2018. Eine erneute Bewertung könnte demnach für den Zeitraum bis zum Jahr 2022 erfolgen. Durch diese permanente Prüfung und Anpassung der jeweiligen Kennwerte sind die Teilnehmerkommunen gehalten, ständig an der Verbesserung ihrer Einrichtungen zu arbeiten und damit zum Erreichen der Klimaschutzziele beizutragen.

Für die Organisation ist ein so genanntes “Energieteam” zuständig, dieses besteht aus:

  • Kornelia Gerwien-Siegel, eea-Beraterin sowie Energie- und Klimaschutzexpertin (BEKS EnergieEffizienz GmbH, Bremen)
  • Hans-Hermann Ammermann, Teamleiter (Stabstelle Klimaschutz, Gemeinde Rastede)
  • Dietmar Wolke, Schwerpunkt Mobilität (ehrenamtlich)
  • Siegfried Chmielewski, Bürgergenossenschaft Rastede
  • Ralf von Dzwonkowski, Schwerpunkt Energieversorgung (EWE Kommunalberater)
  • Günther Henkel, Schwerpunkt Entwicklungsplanung (Erster Gemeinderat)
  • Stefan Unnewehr, Schwerpunkte kommunale Gebäude/Anlagen, Mobilität, Raumordnung (Gemeinde Rastede)
  • Andreas Schneider, Schwerpunkt Entsorgung (Gemeinde Rastede)
  • Ralf Kobbe, Schwerpunkt Kommunikation/Kooperation (Gemeinde Rastede)