Rasteder Ansichten

Die vorliegenden neunzehn Drucke stellen Ansichten von Schloss, Palais, Schlossgarten und Park Rastede dar, wie sie sich vor gut 150 Jahren in einer Blütezeit der Anlagen boten.

Wohl im Jahr 1850 hatte Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg (1783-1853) den Maler und Zeichenlehrer Detloff beauftragt, die Ansichten von Rastede zu zeichnen, und ließ nach dessen Vorlagen in Paris Lithographien anfertigen. Der Großherzog hatte in seinem „lieben Rastedt“ bedeutende Veränderungen an den baulichen und den Parkanlagen vorgenommen. Durch ihn erhielt das Schloss seine heutige, rein klassizistische Form, er baute die Wachthäuser um, errichtete die alte Hankhauser Wassermühle neu im „Schweizerstil“, erbaute das Forsthaus in Hankhausen, vergrößerte den Schlossgarten und schuf vor allem die „Teichlandschaft“ im Park mitsamt dem Ellernteich.

Wie sehr diese Maßnahmen zur Verschönerung seiner Sommerresidenz beitrugen, ließ der Großherzog durch die Lithographien nach Detloff gewissermaßen dokumentieren; sie wurden in einer Mappe, geschmückt mit dem bekrönten großherzoglichen Wappen und der Aufschrift „Rastede“, zusammengestellt. Schon im Jahr zuvor, 1849, hatte er Elise Lasius 15 Ansichten der Stadt Oldenburg zeichnen lassen; die Künstlerin widmete sie seiner Tochter Amalie, der Königin von Griechenland. Es darf angenommen werden, dass beide Mappen nicht zuletzt auch für die Tochter im fernen Athen zur anschaulichen Erinnerung an die Heimat bestimmt waren.

Vorwort von Margarethe Pauly (†) in: Nachdruck der Mappe „Rastede“, hg. vom KK Rastede anlässlich der Ausstellung „Amalie – Herzogin von Oldenburg – Königin von Griechenland, 29.08.-24.10.2004 im Palais Rastede.